Kleine Geschichte des Geldes: Vom Mittelalter bis heute


 
Europäische Geldgeschichte vom Mittelalter bis heute
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(TOP 1000 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Kleine Geschichte des Geldes: Vom Mittelalter bis heute (Broschiert) Die "Kleine Geschichte des Geldes - Vom Mittelalter bis heute" (Becksche Reihe 1895 - 2009) von Michael North, Professor für Geschichte an der Erst-Moritz-Arndt Universität Greifswald, ist unter Vernachlässigung der eigentlichen Entstehung des Geldes ein Überblick über die Entwicklung des Geldes und dessen Umfeld von der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, wo allerdings die Finanzkrise unserer Zeit offenbar nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Nach den mittelalterlichen Anfängen wird in 7 Kapiteln die europäische Geldgeschichte dargestellt. Das 1. Kapitel behandelt die kommerzielle Revolution und die Ausbreitung der Geldwirtschaft - in Form des Münzgeldes. Der Ausdruck kommerzielle Revolution - in Anlehnung an den Ausdruck industrielle Revolution - bezieht sich auf die grundlegenden Veränderungen der Geschäftsmethoden und der Handelsorganisationen insbesondere der italienischen Kaufleute im 13. Jahrhundert. Das 2. Kapitel hat die Edelmetallknappheit und die monetäre Kontraktion zum Thema. Die europäische Edelmetallproduktion versiegt, es wurden weniger Münzen produziert. Da die Geldversorgung der Wirtschaft auf den Edelmetallen beruhten, kam es zu Liquiditätskrisen und wirtschaftlicher Depression (kommt uns heute irgendwie bekannt vor). Im 3. Kapitel folgen die Ausführungen über amerikanisches Silber und eine "Preisrevolution". Die Edelmetallknappheit wurde durch den Import von Gold und Silber aus Afrika und Amerika beseitigt. Das und Kreditinnovationen durch Bank- und Handelshäuser ("Zeitalter der Fugger") hatten natürlich negative Auswirkungen auf das Preisniveau. Das 4. Kapitel widmet sich der "Kipperkrise", einer Münzvermehrung bei gleichzeitiger Verschlechterung der Münzen mit den Folgen Inflation und monetärem Chaos, und der Entwicklung diverser Kreditpapiere in verschiedenen Ländern. Den Münzreformen der Entwicklung des Papiergelds ist das 5. Kapitel gewidmet. Die Etablierung des internationalen Goldstandards und das Entstehen des modernen Bankwesens wird im 6. Kapitel dargestellt. Kapitel 7 ist auf die Krisen und die Stabilisierung des Weltwährungssystems im 20. Jahrhundert fokussiert. Die Geschichtedes Geldes endet für die Leser 1997/98. Die Finanzkrise unserer Zeit ist nicht berücksichtigt. Somit kann der letzte Satz des 7. Kapitels durchaus als prophetisch bezeichnet werden: "Die stärkere Kontrolle nationaler Finanzmärkte ist daher eine unabdingbare Voraussetzung für die Wiederherstellung von Vertrauen und internationaler Stabilität. Ein weiterer Schritt wäre die Internationalisierung der Finanzaufsicht, die über eine EU-Behörde hin zur globalen Kontrolle der wichtigsten Finanzinstitute der Welt führen müsste." Insgesamt ein interessant zu lesendes Buch über die Geschichte das Geldes, wobei für einen Überblick z.T. zu viel auf Details eingegangen wird.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. November 2009
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