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5 Zusammenfassung
Wenn man die Kritikpunkte an der Durchführung der Wirtschafts- und Währungsunion betrachtet, ist es meiner Ansicht nach notwendig, zwischen negativen Auswirkungen zu unterscheiden, die vorübergehend sind und Nachteilen, die längerfristige Schäden verursachen können. So sind die Übergangskosten, die durch die Umstellung von den nationalen Währungen zum Euro entstehen nur kurzfristig von Bedeutung, da diese Umstellungen einmalig sind und so in keinem Verhältnis zu den möglichen permanenten Vorteilen einer gemeinsamen Währung stehen. Anders verhält es sich etwa mit der im Text beschriebenen Unsicherheit in der dreijährigen Übergangsphase von den nationalen Währungen zum Euro. Zwar ist diese Phase, wie der Name es sagt, auch begrenzt, aber Probleme in dieser Periode könnten im schlimmsten Fall sogar zum Scheitern der WWU-Pläne führen. Aus diesem Grund wird es von entscheidener Bedeutung sein, daß die Wechselkurse am 1. Januar 1999 zwischen den EU-Währungen richtig festgeschrieben werden, um ähnliche Probleme wie während der EWS-Krise 1992/93 zu vermeiden. Denn eine entsprechende Krise würde die Euro-Pläne stoppen oder das Vertrauen in die neue Währung, falls sie trotzdem eingeführt werden sollte, nachhaltig schwächen. In Verbindung hiermit stehen die von mir im Text geäußerten Befürchtungen zum "Stabilitätspakt für Europa". Es ist meiner Ansicht nach falsch ein Land, das aufgrund finanzieller Engpässe die Konvergenzkriterien übertreten muß, mit weiteren Strafen zu belegen. Ebenso bezweifle ich, daß alle Länder bei der Durchsetzung der Kriterien gleich behandelt werden. Insbesondere die größeren Staaten wie Frankreich und Deutschland werden aufgrund ihrer Stellung eher in der Lage sein, sich möglichen Aufforderungen zu entziehen, als kleinere Länder wie Portugal. Insgesamt ist zu befürchten, daß die größeren Staaten die WWU dominieren werden. So verlieren alle Länder zwar die Möglichkeit einer eigenen Geldpolitik, aber wiederum wird sich die Europäische Zentralbank trotz ihrer Unabhängigkeit eher deutschen als irischen Wünschen unterordnen. So wird eine große Anzahl von Arbeitslosen in Frankreich eher zu einer expansiven Geldpolitik der EZB führen, als eine große Arbeitslosigkeit in einem kleineren Mitgliedsland. Außerdem ist zu bemerken, daß der erste große Schritt zu einer politischen Union Europas mit der Einführung einer gemeinsamen Währung beginnt. Es findet hiermit also eine Trennung von Wirtschafts- und Geldpolitik statt. Ebenso werden Sozial- und Umweltfragen zurückgedrengt und dafür die Geldwertstabilität als zentrales Thema in den Vordergrund gestellt. Als Konsequenz dieser Politik waren Sparmaßnahmen, die von den meisten Ländern durchgeführt wurden, um die Konvergenzkriterien zu erfüllen, mitwirkend an einer hohen Arbeitslosenrate in Teilen von Europa, nicht zuletzt in Deutschland. Es wirkt allerdings, als ob das Volk mit dieser Aufteilung und den damit in Verbindung stehenden Auswirkungen unzufrieden ist und mittlerweile in 13 der 15 EU-Länder die Macht an eine linksgeführte Regierung übergeben hat, um diese Diskrepanz zu ändern. Trotzdem ist es wichtig nicht nur die Risiken, sondern auch die Vorteile einer Währungsunion zu sehen. So ist der Euro ein Symbol, das die EU-Länder weiter zusammenwachsen läßt. Dieses ist von großem Vorteil, wenn man bedenkt was für einen maßgeblichen Anteil an der friedlichen Entwicklung Westeuropas nach dem Zweiten Weltkrieg die EU bzw. EG gehabt hat, wie man auch am ersten Teil dieses Textes sehen kann. Nie gab es nach dem Krieg Spannungen in diesem Teil der Welt, die einen Krieg zwischen EG-Staaten befürchten ließen, denn aufgrund der engen Zusammenarbeit war und ist es heute nahezu unmöglich, daß Meinungsverschiedenheiten derart eskalieren können, daß diese Länder sich gezwungen sehen würden, zum äußersten zu greifen. Außerdem gibt es natürlich die von mir in diesem Text erwähnten hauptsächlich wirtschaftlichen Vorteile einer einheitlichen Währung, auf die ich in dieser Zusammenfassung aber nicht noch einmal eingehen möchte. Nach meiner Meinung ist davon auszugehen, daß die Teilnehmer der WWU alles unternehmen werden, um der Währungsunion zum Erfolg zu verhelfen. Zu groß wären die von mir in diesem Text beschrieben Konsequenzen und Gefahren bei einem Scheitern der WWU. Auf jeden Fall würde die "Europäische Idee" sehr weit zurückgeworfen und es würde wohl Jahrzehnte dauern, bis man den heutigen Stand wieder erreichen würde. Dieses liegt aber nicht im Interesse der meisten Teilnehmer, wenn man die nächsten notwendigen Aufgaben der EU, man denke an die Ost-Erweiterung, berücksichtigt. So bleibt festzuhalten, daß auf dem bisherigen Weg zur WWU auch Fehler begangen wurden, wie die geringe Berücksichtigung des Sozial- und Umweltaspekts, daß aber die Absicht einer gemeinsamen Währung sowohl politisch wie auch wirtschaftlich große Vorteile mit sich bringen wird. Es bleibt zu hoffen, daß die neuen Linken-Mehrheiten in Europa wieder mehr Wert auf die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit legen und auch andere vernachlässigte Bereiche stärker in den Vordergrund rücken. Falls dieses geschieht, so ist meine optimistische Überzeugung, wird der Euro eine positive Neuerung für die EU sein und damit die "Europäische Idee" vorteilhaft unterstützen. Weiter mit: Anhang (Beitrittsjahre der Staaten in die EG bzw. EU) |
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