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Pax Americana?
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Das verleugnete Imperium: Chancen und Risiken amerikanischer Macht (Gebundene Ausgabe) In seinem neuen Buch plädiert der britische Historiker Niall Ferguson, der zur Zeit in New York tätig ist, für ein zweites anglophones Imperium. Nur die Vereinigten Staaten könnten in der Nachfolge des britischen Reiches als eine globale Ordnungsmacht agieren, die sich für die Verbreitung und Durchsetzung von liberalen Werten einsetzt. Aufgrund der fehlenden Machtmittel ist kein anderer Staat und keine internationale Institution hierzu in der Lage. Ein amerikanisches Imperium sei auch völlig legitim, weil ansonsten die Welt in Anarchie und Chaos versinken würde. Problematisch ist aus Fergusons Sicht alleine der Umstand, dass die Amerikaner nicht Willens sind, die Bürde einer zivilisierenden Ordnungsmacht auf sich zu nehmen. Sowohl die politische Elite als auch die Bevölkerung haben nicht den erforderlichen 'langen Atem', um sich in entfernten Regionen dauerhaft zu engagieren. Deshalb drohen rasch erzielte militärische Erfolge zu scheitern, da die USA sich zu schnell wieder zurückziehen, bevor eine wirkliche Stabilisierung erreicht werden kann.
Ob es tatsächlich im amerikanischen Interesse ist, als wohlwollender Hegemon aktiv zu sein, wovon Ferguson überzeugt ist, bleibt allerdings fraglich. Zum einen sind die entstehenden Kosten nicht unerheblich. Es droht auf längere Sicht eine imperiale Überdehnung, worauf bereits Paul Kennedy aufmerksam gemacht hat. Zum anderen reagieren andere Länder und Völker nicht unbedingt erfreut auf die amerikanische Vormacht, ungeachtet dessen, wie positiv deren Intensionen auch immer sein mögen. Eine Gegenmachtbildung ist immer möglich, was zuletzt der Krieg im Irak verdeutlicht hat. Insgesamt gesehen sind die Überlegungen von Ferguson aber sehr lesenswert, weil sie sich grundlegend von der antiamerikanischen Stimmung in Deutschland und im 'alten Europa' unterscheiden.
Jürgen Rupp
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 28. Juli 2004 |